| Geschrieben von Thzamus, am Samstag, 8. November 2008 |
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Mit Frederic Chopin und seinem berühmten Trauermarsch auf diese heutige Sendung eingestimmt, sei verkündet, daß diese Sendung gewisser Maßen eine besondere ist, eine Sendung im Zeichen des Gedankens an den 9. November der deutschen Geschichte. Und zu dieser getragenen, gedankenvollen Rundreise lädt euch die Redaktion von Radio DSD ein. Am 9. November 1923 begab es sich, daß eine junge politische Bewegung in München auf die Straßen zog und in starken Mut, aber ein wenig naiv, versuchte die deutschen Geschicke umzulenken. Auch begab es sich, daß Deutschland 1918, also 5 Jahre zuvor, das erste Mal aus den Angel gerissen worden ist. Im November 1918 erlebt das Deutsche Reich seine erste Revolution von links. 1938 begab es sich dann, daß die Wut der Menschen auf die Straßen getragen wurde, Fensterscheiben splitterten, ein gar furchtbar Getös erscholl in deutschen Städten. Es erscheint ganz so, als sei der 9. November ein Schicksalstag des deutschen Volkes, denn auch an diesem Tag begab es sich, daß die Mauer in Berlin niedergerissen wurde und die beiden deutschen Reststaaten zusammengeschlossen werden konnten. Doch ich greife natürlich vor. Das Kalenderblatt ist das Geschäft von Kameradin Großdeutschland. Und gleich hören wir das Kalenderblatt zum 09. November. Auch die weiteren Tage des Novembers werden wieder auf Radio DieStimmeDeutschlands zu hören sein. Kalenderblatt - 9. November Nun übergeben wir unserem Frank Rennicke das Wort, der von über 40 Jahren Fremdherrschaft zu berichten weiß. Ja, lieber Herr Rennicke, sie haben dieses Stück schon vor vielen Jahren geschrieben, aber auch nach über nunmehr 60 Jahren hat es seine Gültigkeit nicht eingebüßt. Frank Rennicke – Seit über 40 Jahren Ja, wir schreiben heute den 9. November. Der 9. November ist ein Tag ist in der deutschen Geschichte ein vielfach zu bedenkender Tag. Großdeutschland hat dies bereits im Vorfeld wunderbar belegt und dargelegt.Allerdings spielt in der Bundesrepublik quasi nur ein Ereignis eine besondere, ja herausragende Rolle, denn es steht repräsentativ dafür, worauf sich die BRD in gewisser Weise gründet, so wie es Joschka Fischer bereits einige Jahre vorher formuliert hat. In meiner Moderation zu Beginn habe ich darauf hingewiesen, daß der 9. November der Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht oder auch Reichskristallnacht ist.Und passend zu diesem Ereignis spielen sich alljährlich aufs Neu die Betroffenheitsbekundungen ab. Wer gedenkt z.B. den Opfern der deutsche Revolution 1918? Nun gut. Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht haben alle Fraktionen im Bundestag dem Antisemitismus den Kampf angesagt. Ja, schon wieder. Das wird auch nie langweilig. Eine ursprünglich geplante gemeinsame Resolution kam wegen des Widerstands der Union gegen die Linke nicht zustande. Die Linksfraktion werde voraussichtlich aber den Antragstext von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen wortgleich übernehmen, hieß es von Seiten der Fraktion. In dem am Dienstag in den Bundestag eingebrachten Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, die Programme gegen Antisemitismus zu verstärken und zu erweitern. Linksfraktionschef Gregor Gysi zeigte sich empört über das Verhalten der Union. "Die Union hat sich damit aus dem antifaschistischen Konsens der deutschen Gesellschaft verabschiedet." Enttäuscht zeigte sich Gysi auch über das Verhalten von SPD, FDP und Grünen. Die CDU stellt es indes so dar: "Wir halten es für Heuchelei, wenn sich die Linke als Vorkämpfer gegen Antisemitismus geriert", heißt es in einer Erklärung Uhls und der Bundestagsabgeordneten Kristina Köhler."Als diese Partei noch unter dem Namen SED die Geschicke in der DDR lenkte, hat sie Israel das Existenzrecht verweigert und den jüdischen Staat nie anerkannt." Lassen wir uns nicht weiter vom polemischen Geblubber eines auserwählten...Linken ablenken, sondern wenden wir uns einem weiteren Kernelement der Erklärung zu: Die Fraktionen schlagen einen regelmäßigen Expertenbericht zum Antisemitismus in Deutschland vor und fordern die Bundesregierung auf, das jüdische Leben weiter intensiv politisch zu unterstützen und zu schützen. Und wer schützt euch, wer schützt mich, wer schützt unser deutsches Leben und unsere Zukunft? Es heißt weiter: Bewährte Modellprojekte gegen den Antisemitismus sollten finanziell dauerhaft abgesichert werden. Ferner soll geprüft werden, ob die bestehenden Bundesprogramme gegen Antisemitismus den Schutz von Opfern antisemitischer Straftaten ausreichend berücksichtigen. In den Schulen muss nach Auffassung der Antragsteller die Ablehnung des Antisemitismus nicht nur erlernt, sondern auch verinnerlicht werden Ganz davon abgesehen, daß wir es hier mit Umverteilungsleistungen zu tun haben, die der gesamten Volkswirtschaft nicht gut tun können, so ist zumindest ein Zweifel am eigenen Tun zu erblicken. In der Ethik lautet eine Kernmaxime: Eine verabscheuenswerte Tat findet nach ausreichender Anschauung durch das Gros der Menschen keine Wiederholung mehr, so daß die Minderheit zu vernachlässigen wäre. Und Antisemitismus soll doch zweifelsohne dazu gehören. Wozu bedarf es also einen Training gegen Antisemitismus? Einen Anti-Antisemitismus also. Kraftschlag fragt uns nun, ob uns dieses Land noch jemals verstehen wird? Ja, stellen wir uns doch diese Frage einmal... Krafschlag – Wird uns dieses Land je verstehen? Kalenderblatt Marillion – Man of a thousand Faces "Wir werden den amerikanischen Traum neu beleben." Das rief der designierte Präsident der USA Barack Obama 10.000 Menschen in Chicago zu. Und diese brachen in einen gewaltigen Jubel aus. Quasi wie immer, wenn Obama dieser Tage an einem Ort auftaucht. Doch, warum jubeln die Menschen, denn bei unübersehbarem Populismus? Der amerikanische Traum ist der Traum von der amerikanischen Freiheit. Vom liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsgedanken. Es wäre eine glatte Lüge Obama in genau diesem Zusammenhang sehen zu wollen. Obamas Ideen sind keineswegs neuer Natur. Ein wenig innenpolitisch die soziale Schiene aus Fürst von Bismarcks Zeiten, ein wenig mehr Staat, der die liberale Freiheit einzäunt und ein Haufen Probleme, die auf den neuen Präsidenten warten. Und nicht nur das. Ein Haufen Wahlversprechen, die es nun zu halten gilt. Warten wir doch gespannt, wie schnell die USA aus dem Irak abziehen, wie schnell das Problem um Afghanistan gelöst ist und wie sich die Situation mit Rußland entspannt. Der Hoffnung in der Welt groß, der Optimismus jedoch eher gedämpft. Und welcher Indikator spiegelt fast immer exakt das Befinden des wichtigsten Motors der Kapitalspinne wieder? Natürlich die Börse. Und hier wurde Obamas Wahl quasi gleichgültig aufgenommen. Warum? Denn der Weg wird bei aller Hoffnung, den die kleinen Leute der Welt in den großen schwarzen Messias stecken mögen, schon klar skizziert. So wünscht sich Frau Merkel ein starkes Amerika, so bekräftigt Rußland sein Raktenabwehrschild in Polen gegen das Projekt der USA in Osteuropa. Der Weg der USA wird sich auch mit Obama nicht verändern, dieser Weg wird nur ein wenig neu definiert. Obama ist zu sehr Amerikaner, um diese ausgetrampelten Pfade zu verlassen. Ja, sogar ein Musteramerikaner nach neuester Prägung: Er ist weder schwarz noch weiß, er ist eher milkaschokoladenbraun und repräsentiert auf lange Sicht wohl den neuen amerikanischen Weltbürger. Und darüber freut sich auch unser Freund Sarkozy. Der bei aller beflissentlichen Anbiederung in seinem Gratulationsschreiben nicht einmal Obamas Namen korrekt schreiben konnte. Ein peinlicher Fehler: Er schrieb "Lieber Barak", statt "Lieber Barack", berichtet die französische Website mediapart.fr. Der Rest des Schreibens ist gedruckt - und offenbar fehlerfrei. Na immerhin... Ja, und nun zu dem zweiten Manne im Studio Hannover. Diesmal wird er wieder direkt zu hören sein. Das Wort hat Sokrates, der anschließend an meinen Kommentar zur Wahl des US-amerikanischen Präsidenten seinen, gewohnt bissigen, Seitenblick zum Besten geben wird. Beitrag Sokrates Bevor wir uns den nächsten Tagen in der deutschen Geschichte widmen möchten, lauschen wir dem Wiener Blutwalzer komponiert von Franz Josef Strauß Strauß – Wiener Blutwalzer Kalenderblatt Katatonia – Walking by A Wire Es heißt nun: Y-gelöst oder Y-aufgelöst. Denn das Thema Ypsilanti sollte in Hessen nun nach den vergangenen Tagen endgültig der Geschichte angehören. Nachdem Ypsilanti schon einmal keine entscheidende Mehrheit der Delegierten im hessischen Landesparlament hinter sich bringen konnte und an dem mutigen Einschreiten von Dagmar Metzger scheiterte, Radio DSD berichtete, wollte die Dame mit dem Y erneut versuchen und rannte prompt gegen die Wand, die schon lange Zeit dort stand, die sie aber beflissentlich übersah. Denn wo keine Wand sein darf, da ist sie auch nicht. Diese Wand waren erst Dagmar Metzger, dann die Linkspartei, und dann gleich 4 Politiker des eigenen Lagers, zu denen wiederum Dagmar Metzger zählte. Und der Grund, warum die Wand nicht vorhanden sein durfte liegt in persönlichen Erwägungen begründet. Oder kürzer: Um des Arbeitsplatzes willen. Doch nun hat Frau Y genau das Gegenteil erlangt und sich und das ganze Bundesland in das politische Abseits befördert. Auch das ist Demokratie. Auch als typisch erscheint es, wenn drei der nun 4 Delegierten, die gegen die Tolerierung einer Regierung unter Y mit Hilfe der Linkspartei, ihren Entschluß bis zuletzt zurückhielten und Frau Y somit in das sprichwörtlich offene Messer laufen ließen. Ypsilanti hat die SPD in das totale Aus manövriert. Sie ist gleich mehrfach gescheitert. Aber nicht nur sie ist gescheitert. Die SPD ist bis in die zweite Reihe verbraucht. Neun Monate nach der Landtagswahl ist völlig offen, wie es in Wiesbaden politisch weitergehen soll. Prinzipiell könnte die geschäftsführende Regierung bis zu den nächsten regulären Landtagswahlen 2013 amtieren. Geschäftsführend agiert Roland Koch deshalb, weil er seit der Landtagswahl vom Januar über keine Mehrheit mehr verfügt: Die hessische Verfassung erlaubt es nicht, eine Regierung zu entlassen, solange nicht eine neue ordnungsgemäß gewählt ist. Doch wahrscheinlich ist es nicht, dass Koch weiter geschäftsführend im Amt bleibt: Er hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dieser Zustand dürfe nicht länger als ein Jahr andauern. Also schauen wir mal, was uns das Tollhaus des Weiteren zu bieten hat. Und nun etwas für Freunde der härteren Gangart. Es kommen Abolition mit „Globalisierungswahn“ Und nach dem Globalisierungswahn schwenken wir um nach Franken. Denn dort sitzt der Oberfranke in unserem Studio Franken bereit. Also bitte... Oberfranke In Frankfurt zeigte sich Samstags Nacht, vor zwei Wochen gegen 2200 mal wieder was der von diesem maroden Staat hervorgerufene und ungelenkte Frust der Menschen anrichtet... Fünf Männer traten minutenlang auf ihr durch Schläge und anschliesender Flucht geschwächtes und gestürztes Opfer ein - und das offenbar aus purer Lust an Gewalt! Harmlos begann es um 22.00 Uhr als einer der Täter auf ihn zugekam und fragte, warum er so blöde gucke, berichtete er laut Polizei. Er habe geantwortet, dass er auf die U-Bahn warte. Plötzlich habe ihn der Mann mit der Faust mehrere Male gegen den Kopf geschlagen. Daraufhin traktierten ihn die fünf Angreifer mit Fußtritten. 30 bis 40 Mal hätten sie hauptsächlich gegen seinen Kopf getreten, sagte das Opfer. Er habe Angst um sein Leben gehabt und befürchtet, dass die Männer auch bewaffnet sein könnten. Erst nach etwa zwei Minuten haben die Täter von ihm abgelassen und auf die andere Seite der Haltestelle geflüchtet. Ein hinzu eilender Zeuge musste den 36-Jährigen stützen und begleitete ihn bis zur U-Bahn. Die Polizei berichtete weiter, bereits eine Viertelstunde vor dem Überfall hätten vermutlich zwei Mitglieder derselben Tätergruppe einen 37-jährigen Mitarbeiter einer nahegelegenen Tankstelle bedroht. Die Jugendlichen seien ihm auf seinem Heimweg gefolgt und hätten ihn beschimpft. Er sei ihnen allerdings entkommen. ----- Auch die Türkei hat "Gesicht gezeigt", ausgerechnet die so nahe an der westlich orientierten Regierung platzierte und aufgeklärte Polizei hat einen Skandal erster Güte aufzuweißen... Die beiden Polizisten haben offenbar nicht gewusst wie eine Kamera aussieht oder was der Kasten an der Wand ist, als sie in einer Videoüberwachten Zelle Sex mit einer Prostituierten hatten! Sie hatten in einer Pension in einer Touristenhochburg eine türkische Prostituierte in Gewahrsam genommen und ihr dann während der Nachtschicht Geld für Sex geboten... ----- Am Dienstag fand eine weitere Wahl in Kalifornien statt, dabei ging es allerdings nicht um den Präsidenten sondern um die Homo-Ehe, wer jetzt schon durch die mehr als dümmlich erscheinenden Wahlergebnisse der Presidentschaftswahl rückschlüße zieht liegt warscheinlich falsch. In dem Westküstenstaat votierten 52,1 Prozent der Wähler für das Verbot der Homo-Ehe, das ist nicht besonders viel mehr als die Hälfte aber reicht aus um rechtlich gesehen den Willen des Volkes durchzusetzen. Noch im Mai kippte das Oberste Gericht von Kalifornien das Ergebnis einer ähnlichen Volksabstimmung aus dem Jahr 2000, bei der sich noch 61 Prozent der Kalifornier gegen gleichgeschlechtliche Eheschließungen ausgesprochen hatten. Nun werden die bereits 18.000 Lesben und Schwule welche sich in Kalifornien bereits das Jawort gegeben haben zittern müßen... Vielen Dank in das Studio Oberfranken und damit noch einmal zurück in das Studio Hannover, welches in dieser Woche die Ehre hat euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer zu verabschieden. Bleibt uns auch weiterhin treu und tragt die Stimme Deutschland hinaus in die Welt, von Mann und Frau, zu Greis und Kind. In der kommenden Woche wir der Wochenrückblick voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen, dafür jedoch mit einer Überraschung aufwarten, wie ich vermute. Gehabt euch wohl! Heil euch!
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